Standortauswahl für ein nukleares Endlager


Auf der Suche nach dem besten Standort

Von Dr. Eike Roth (Über den Autor)

roth_thumbDie Endlagerung nuklearer Abfälle wird vielfach als die Schlüsselfrage für die Akzeptanz der Kernenergie angesehen. Sachlich ist dabei zwischen schwachaktiven und hochaktiven Abfällen zu unterscheiden. Erstere machen weit über 90 % der Gesamtmenge aus, stellen infolge ihrer relativ geringen Radioaktivität aber kein wesentliches und neues Sicherheitsproblem dar. Weltweit sind mehr als ein Dutzend Endlager für schwach radioaktive Abfälle in Betrieb. In Deutschland ist hierfür die ehemalige Eisenerzgrube Konrad vorgesehen. Das Vorhaben wurde durch den Widerstand von Kernenergiegegnern massiv verzögert, doch nun sind alle erforderlichen Genehmigungen rechtskräftig erteilt und die Umrüstung auf ein nukleares Endlager ist seit kurzem voll im Gange. Mit der Inbetriebnahme wird 2013 gerechnet.

Die eigentliche sicherheitstechnische Herausforderung ist die Endlagerung der hochradioaktiven Abfälle. Weil deren Menge sehr klein ist, ist für sie der sichere und langfristige Abschluss von der Biosphäre durch Einlagerung in tiefen und stabilen geologischen Formationen relativ leicht möglich. Dieses Konzept wird auch weltweit verfolgt. In mehreren Ländern, z. B. in Finnland, sind solche Endlager in Bau. Deutschland hat mit seinen großen Salzstöcken in der norddeutschen Tiefebene günstige Voraussetzungen für die sichere Endlagerung hochradioaktiver Abfälle.

Seit etwa drei Jahrzehnten wird der Salzstock in Gorleben auf seine diesbezügliche Eignung hin untersucht. Die Untersuchung wurde immer wieder durch Widerstände und Einsprüche von Bürgern, Umweltschutzgruppen und politischen Parteien unterbrochen oder verzögert. Im Jahre 2000 hat die damalige rot/grüne Bundesregierung sogar ein 3 bis 10 Jahre dauerndes Moratorium für die weitere Erkundung durchgesetzt, obwohl auch sie anerkennen musste, dass die bis dahin vorgenommenen Erkundigungen keine Anhaltspunkte ergeben haben, die Zweifel am Geeignet Sein des Salzstockes rechtfertigen. Eine Aufhebung des Moratoriums scheitert weiterhin an der Weigerung der SPD und insbesondere des von ihr gestellten Bundesumweltministers Sigmar Gabriel. Begründet wird das unter anderem damit, dass so Zeit gewonnen würde, um in einer umfassenden Suche nicht nur einen guten (den Anforderungen des Atomgesetzes entsprechenden), sondern „den bestmöglichen“ Standort auszuwählen.

In der Langfassung (pdf, 44 kB) wird untersucht, wie weit eine solche „Bestenauswahl“ überhaut möglich ist und welcher Sicherheitsgewinn dabei real zu erzielen sein könnte.

Dieser Beitrag wurde im März 2008 bei den Energie-Fakten.de veröffentlicht.

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