Klimaänderungen – ist der Mensch Schuld daran?


Von Dr. Eike Roth (Über den Autor)

roth_thumbKlimadiskussionen haben Hochsaison. „Die Wissenschaft ist sich einig: Das Klima ändert sich, der Mensch ist schuld daran und ohne einschneidende Gegenmaßnahmen werden die Folgen katastrophal sein“, sagen die Einen. „Stimmt nicht, es gibt keinen Konsens, die Treibhaustheorie ist falsch, das Klima hat sich immer schon geändert, wir Menschen können es gar nicht beeinflussen, die Gegenmaßnahmen sind wirkungslos und werden die Wirtschaft kaputt machen“, sagen die Anderen.

Was stimmt? Betreibt die eine Seite unverantwortliche Panikmache oder die andere unverantwortliche Verharmlosung? Tatsache ist, dass es streng genommen für keine der beiden Seiten einen exakten Beweis gibt. Die große Mehrheit der einschlägigen Experten gehört eindeutig zu den Klimawarnern. Aber Wissenschaft wird nicht nach Mehrheiten entschieden. Außerdem gibt selbst die Mehrheit Unsicherheiten zu: „Mit 90 % Wahrscheinlichkeit ist der Mensch Ursache der laufenden Klimaänderung“, urteilt z. B. das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), ein von der UNO eingesetztes Expertengremium, das 2007 seinen 4. Bericht („Assessment Report“) vorgelegt hat. 90 % sind zweifelsfrei nicht 100 %.

Doch Unsicherheiten sind nichts Außergewöhnliches. Die haben wir fast überall und wir müssen trotzdem entscheiden. „Entscheidungen unter Unsicherheiten“ sind die tägliche Last von Verantwortungsträgern. Wenn mit hinreichend großer Wahrscheinlichkeit schwerwiegende Folgen zu befürchten sind, müssen wir uns vorsorglich für Gegenmaßnahmen entscheiden. Beim Klima scheint das der Fall zu sein (siehe hierzu auch den Beitrag von Schönwiese «Ändert der Mensch das Klima?»).

Als weitgehend gesichert können gelten:

  • Das Klima ändert sich.
  • Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre ist schon um über 30 % gestiegen, und sie steigt ständig weiter.
  • Dieser Anstieg ist überwiegend auf das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas zurückzuführen.
  • Der (natürliche) Treibhauseffekt erwärmt die Erde um 33 Grad Celsius. Nur dadurch ist höheres Leben auf der Erde überhaupt möglich.
  • Eine erhöhte CO2-Konzentration in der Atmosphäre verstärkt den Treibhauseffekt jedenfalls prinzipiell (anthropogener Treibhauseffekt).
  • Zumindest ein Teil der beobachteten Erwärmung kann auch auf eine erhöhte Sonneneinstrahlung zurückzuführen sein.

Umstritten sind:

  • Wie stark verstärkt die erhöhte CO2-Konzentration den Treibhauseffekt?
  • Welchen Beitrag zur Erwärmung liefert das CO2 und welchen die Sonne?
  • Sollen wir (jetzt) einschneidende Maßnahmen zur Klimavorsorge ergreifen?

Extrem stark umstritten ist:

  • Welche Maßnahmen helfen uns wie viel, und welche sollen wir tatsächlich ergreifen?

In der Langfassung (pdf, 50 kB) sind Begründungen zu den „weitgehend gesicherten“ Aussagen und Argumente zu einer Plausibilitätsbeantwortung der umstrittenen Fragen angegeben. Im Ergebnis erweisen sich „vorsorgende Maßnahmen“ als dringend angeraten. Welche das sein können, wird kurz aufgezählt. Wie viel diese Maßnahmen leisten können und was sie kosten, wird in ergänzenden Beiträgen des gleichen Autors untersucht, die demnächst erscheinen werden:

  • Klimagefahren – Wie viel kann uns die Kernenergie helfen?
  • Regenerative Energien – immer ein Schritt in die richtige Richtung?
  • Abwehr drohender Klimagefahren – Was bedeutet das?

Hier können Sie Kurz- und Langfassung (pdf, 50 kB) gemeinsam als pdf downloaden. Dieser Beitrag wurde am 22. März 2007 bei den Energie-Fakten.de veröffentlicht.

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